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Walther Schücking

Vom Sommersemester 1921 bis zum Wintersemester 1922/23 lehrte Walther Schücking Rechtswissenschaften.

Kurzbiographie

* 06.01.1875 (Münster), † 25.08.1935 (Den Haag). Liberaler Politiker, Völkerrechtler. Ab 1894 studierte Staats- und Rechtswissenschaften in München dann jeweils ein Semester in Bonn und Berlin und ab 1896 in Göttingen, wo er auch promovierte. Dann leistete in Dülmen juristischen Referendardienst, 1899 habilitierte sich an der Georg-August-Universität Göttingen. 1900 wurde er als der jüngste außerplanmäßige Professor in Preußen an die Universität Breslau und 1902 als außerordentlicher, 1903 als ordentlicher Professor an die Universität Marburg berufen. Dort lehrte er bis 1920 Staatsrecht, Völkerrecht, Kirchen- und Verwaltungsrecht. Er wurde Vorsitzender der Ortsgruppe der Fortschrittlichen Volkspartei und kandidierte 1908 und 1913 erfolglos für das Preußische Abgeordnetenhaus. Nach dem Ersten Weltkrieg trat er der neu gegründeten DDP bei und war von 1919 bis 1928 Mitglied des Reichstages für den Wahlkreis Hessen-Nassau. Angesichts seines internationalen Ansehens als Pazifist und als Völkerrechtler war er einer der sechs deutschen Hauptdelegierten bei den Versailler Friedensverhandlungen. 1918 wurde er zum Vorsitzenden der vom Rat der Volksbeauftragten berufenen Kommission zur Untersuchung der Anklagen wegen völkerrechtswidriger Behandlung der Kriegsgefangenen in Deutschland eingesetzt. Sie wurde nach ihm auch kurz Schücking-Kommission genannt. Er war Mitglied und seit 1924 Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der u.a. die Kriegsentstehung, Deutschlands Haltung bei den Haager Friedenskonferenzen, die versäumten Friedensmöglichkeiten und die Verletzungen des Völkerrechts im Weltkrieg untersuchten. Er arbeitete auch im Präsidium der Deutschen Friedensgesellschaft mit. Er war Mitglied des Rates des Internationalen Friedensbüros in Genf und betätigte sich besonders intensiv in der Interparlamentarischen Union, einer 1888 gegründeten Vereinigung von Parlamentariern verschiedener Regierungssysteme zur Förderung der gegenseitigen Verständigung, deren Tagung in Berlin er im Jahre 1928 leitete. 1921 nahm er als Nachfolger von Hugo Preuß einen Ruf an die Berliner Handelshochschule und 1926 an die Universität Kiel an. 1931 erfolgte die Berufung zum ersten deutschen Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag, an dem er 1923 bereits als Ad-hoc-Richter tätig gewesen war. Nach seiner Berufung zum Richter war seine Stellung bis zum Ende seiner nominellen Amtszeit von neun Jahren unanfechtbar. Als die Regierung Hitler ihn aus seinem Richteramt vertreiben wollten, blieb das ohne Erfolg. Zur gleichen Zeit wurde er aber seinen Lehrstuhl und sein Institut in Kiel entzogen. Schücking blieb daher in Den Haag, wo er 1935 starb.

Veranstaltungen

Walther Schücking leitete folgende Veranstaltungen:
Semester Titel Veranstaltungsart
Sommersemester 1921Allgemeine StaatslehreVorlesung
Sommersemester 1921Verfassungsrechtliche BesprechungenSeminar
Sommersemester 1921Übungen über Völkerbundsprobleme (für Vorgerückte)Übung
Sommersemester 1921VerfassungsrechtVorlesung
Sommersemester 1921Die Idee der internationalen OrganisationAbendvorlesung
Wintersemester 1921/22Politisches SeminarSeminar
Wintersemester 1921/22VerwaltungsrechtVorlesung
Wintersemester 1921/22VölkerrechtVorlesung
Wintersemester 1921/22Der Traumstaat, Geschichte des StaatsromansAbendvorlesung
Sommersemester 1922Deutsches und preußisches VerfassungsrechtVorlesung
Sommersemester 1922Die Idee der internationalen OrganisationAbendvorlesung
Sommersemester 1922Allgemeine StaatslehreVorlesung
Sommersemester 1922Lektüre und Exegese der Grundrechte und Grundpflichten der Verfassung von Weimar (für Anfänger)Vorlesung
Wintersemester 1922/23VölkerrechtVorlesung
Wintersemester 1922/23Die Geschichte des StaatsromansAbendvorlesung
Wintersemester 1922/23Lektüre und Exegese der Grundrechte und Grundpflichten nach der ReichsverfassungVorlesung
Wintersemester 1922/23VerwaltungsrechtVorlesung